Benutzeranleitung

Dies ist eine leicht gekürzte Fassung von Abschnitt 3.3.6 des Dissertationstextes und beschreibt die Merkmale (features) der Edition und ihre Benutzung. Neben der allgemeinen Navigation und Benutzeranleitung, die hier nicht weiter erläutert werden, da sie in der einen oder anderen Form in vielen Web-Anwendungen zu finden sind, sind dies (vgl. Abb. 1) die Indices, die Themen-Zeit-Matrix (a), die (Einzel-) Textansicht (b) und die Vergleichsansicht (c).

Abbildung 1: Die Hauptmerkmale der elektronischen Edition des kundige bok 2.
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[Themen-Zeit-Matrix.] [Textansicht.] [Vergleichsansicht.]

Indices

Indices erfüllen wie in einer gedruckten Edition zwei Zwecke: zum einen bieten sie einen schnellen Überblick, zum anderen einen direkten Zugang zu bestimmten Textstellen. Die kundige bok 2-Edition stellt drei Indices bereit: einen Personenindex, einen Ortsindex sowie einen Wortindex. Der Ortsindex ist zudem nach Orten innerhalb und außerhalb Göttingens untergliedert, der Wortindex ist alphabetisch aufgebaut.

Abbildung 2: Wortindex.
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Alle Indices folgen dem gleichen schematischen Aufbau (vgl. Abb. 2). Jedem Schlüsselwort ist dort eine Trefferliste zugeordnet, die zunächst thematisch und innerhalb der Themen chronologisch nach Textschichten sortiert ist. Jeder Treffer wird pro Textschicht genau einmal aufgeführt. Ein Klick in die Trefferliste führt zur Anzeige dieser Textschicht. Die Indices sind aus den digitalen Rohdaten automatisch generiert.

Themen-Zeit-Matrix

Die Themen-Zeit-Matrix (vgl. Abb. 3) wurde bereits kurz vorgestellt. Sie ist nach Zeitverlauf (horizontal) und Themen (vertikal) gegliedert. Ein Kreis stellt dabei jeweils eine Textschicht dar. Per mouse-over ist deren Beschreibung lesbar. Durch Klick in einen Kreis gelangt man zur entsprechenden Textansicht des Themas in der gewählten Zeitstufe.

Abbildung 3: Themen-Zeit-Matrix.
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Wenn es möglich war, eine Textschicht absolut zu datieren, entspricht der Datenpunkt in der Matrix dem Datum der Textschicht. Ist nur eine relative Datierung möglich, so wird der Mittelwert (von-bis) abgebildet. Bei einer Datierung der Form »nicht früher als X« oder »nicht später als X« wird Jahr X als Datenpunkt genommen.

Es ist zu beachten, daß die chronologische Abfolge der Textschichten nicht immer eindeutig ermittelt werden konnte. Auf eine Abbildung aller hieraus entstehenden Variationen (Permutationen) wurde hier jedoch verzichtet, um die Matrix übersichtlich zu halten. In der graphischen Darstellung der Textschichten in der Textansicht werden diese Details jedoch berücksichtigt.

Textansicht

Das Layout für die Textansicht ist dreispaltig (vgl. Abb. 4). Die kontextspezifische Navigation links ((i)-(ii)), der Text an sich mit Informationen zum Text in der Mitte ((iii)-(v)) und die textspezifische Navigation rechts ((vi)-(ix)).

Abbildung 4: Textansicht (Navigation).
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Die allgemeine Navigation (i) führt den Benutzer zu anderen zentralen Bereichen der Edition wie der Vergleichsansicht zum gewählten Thema, der Themen-Zeit-Matrix oder der Startseite. Die Themennavigation (ii) erlaubt den Aufruf der Textansicht der anderen Themen zum gewählten Jahr und somit das lineare Lesen der Statutentexte zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Die eigentliche Textansicht befindet sich in der Mitte des Bildschirms. Die graphische Darstellung der Textschichten (iii) erlaubt die (chronologische) Navigation durch das gewählte Thema. In den meisten Fällen ist dies geradlinig. Wie oben diskutiert, konnte die Zuordnung zu Textschichten jedoch nicht immer eindeutig erfolgen, wie hier am Beispiel »von daren und backoven« dargestellt. In diesem Fall wurden drei Textschichten für den Zeitraum zwischen 1471 und 1497 identifiziert, aber ihre chronologische Abfolge bleibt unbekannt. So ergeben sich sechs (die Permutationen von drei Elementen) verschiedene Pfade durch die Evolution des Textes, die durch farbige Linien kenntlich gemacht werden. Je nachdem, auf welchem Pfad sich der Benutzer befindet, ändert sich die Textdarstellung entsprechend. Die möglichen Pfade p1 bis p3 durch die Entwicklung des Beispielsatzes We ock vorschote 100 marck, ... sind nun als Graph visualisert; ein Klick führt zur Anzeige der Textvarianten /-schichten v1 bis v4.

Das Fenster unterhalb der graphischen Darstellung faßt wesentlichen Informationen zu dieser Textschicht zusammen (iv). Es sind dies: das gewählte Thema, die Datierung und die Beschreibung der Textschicht. In der Textansicht werden unter bestimmten Umständen die Unterschiede zur Vorgängerversion (sprich: der nächst älteren Textschicht) visualisiert. Dies geschieht dann, wenn die Textschicht durch Änderung bestehenden Textes, nicht aber durch Neufassung entstanden ist. Zu welcher Textschicht die Unterschiede hervorgehoben werden, wird im Informationsfenster anzeigt. Dieses Fenster informiert ebenso darüber, welche zusätzlichen Bearbeitungsstufen vom Benutzer zur Anzeige ausgewählt wurden (siehe unten). »Zitation« liefert einen Vorschlag, wie dieser Text zitiert werden kann. Per copy/paste kann dies beispielsweise in ein Textverarbeitungsprogramm übernommen werden.

Sowohl das Fenster mit der graphischen Darstellung als auch das Informationsfenster können über die kleinen Schalter oben rechts ein- und wieder ausgeklappt werden.

Abbildung 5: Textansicht.
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Die eigentliche Textansicht umfaßt mehrere Elemente, von denen einige hier kurz im Vergleich zum Manuskript erläutert werden (vgl. Abb. 5). Der Zugriff auf das digitale Abbild des Manuskriptes ist jederzeit möglich (i), die Links zum Digitalisat befinden sich im Editionstext jeweils an der Stelle, an der der Seitenumbruch erfolgt. Es öffnet sich ein separates Fenster, das vom Benutzer frei angeordnet werden kann und die Vergrößerung von Ausschnitten erlaubt. Im Text selbst sind kommentierte Textstellen mit einer unterbrochenen Linie unterstrichen. Der Kommentar erscheint per mouse-over (ii). Vergleiche zur nächst älteren Textschicht sind visualisiert (iii). Zufügungen sind dabei unterstrichen, Streichungen durchgestrichen gekennzeichnet. Randnotizen sind erfaßt und können ebenfalls per mouse-over (iv) gelesen werden. Die Textdarstellung ist entweder fortlaufend oder, wie hier dargestellt, zeilengetreu (iv), was den Vergleich mit dem Manuskript erleichtern soll.

Die textspezifische Navigation rechts (vgl. wieder Abb. 4) besteht aus vier Elementen. Zunächst einer weiteren Übersicht über die identifizierten Textschichten (vi), die im Gegensatz zur graphischen Darstellung (iii) aber nur linear ist. Sie erlaubt dafür einen schnellen Überblick über die Datierungen der Textschichten. Die dargestellte Textschicht ist hervorgehoben.

Der darunter angeordnete Bereich (vii) dient der Verwaltung der Textüberarbeitungen, die keiner spezifischen Textschicht zugeordnet werden konnten. Mit seiner Hilfe kann sich der Benutzer selbst ein Bild von ihrer »Lage« in der textuellen Entwicklung machen. Hierbei sollte das digitale Abbild des Manuskriptes hinzugezogen werden. Zu jeder Überarbeitung gibt es drei Anzeigeoptionen:

  • »aus«: die Überarbeitung wird bei der Anzeige ignoriert.
  • »ein«: die Änderungen werden berücksichtigt aber nicht visualisiert. Zufügungen erscheinen als »normaler« Text, Streichungen durch kommentarloses Löschen des alten Textes.
  • »mark«: die Änderungen werden zur Anzeige berücksichtigt und markiert. Zufügungen werden unterstrichen, Streichungen durchgestrichen dargestellt.
Zu berücksichtigen ist, daß manche Überarbeitungen in Abhängigkeit von anderen stehen, wie z.B. die Streichung (B) einer Zufügung (A). Die entsprechende Schaltfläche für B wird in diesem Falle nur dann sichtbar, wenn A ausgewählt (»an« oder »mark«) wurde. Einen Sonderfall der Textüberarbeitungen stellen die Schreibkorrekturen dar. Hierunter werden Korrekturen verstanden, die mit großer Wahrscheinlichkeit im Schreibfluß erfolgten. Sie sind standardmäßig auf »ein« gesetzt und werden ansonsten wie andere Überarbeitungen behandelt.

Verschiedene Anzeigeoptionen können im nächsten Seitenbereich (viii) ausgewählt werden: es kann von der kritischen auf eine diplomatische Textansicht umgeschaltet, Seitenumbrüche können (als vertikaler Doppelstrich) visualisiert und die zeilengetreue Ansicht nachgebildet werden. Ebenso können Personen- und Ortsnamen hervorgehoben werden (gelbe Hintergrundfarbe).

Das letzte Element (ix) der Textansicht erlaubt den Aufruf einiger Standardfunktionen wie die Druckansicht des Textes.

Vergleichsansicht

Die Vergleichsansicht erlaubt den direkten Vergleich zweier beliebiger Textschichten des gleichen Themas. Die entsprechenden Texte werden dabei synoptisch dargestellt. Naturgegeben ist das Layout daher zweispaltig (vgl. Abb. 6). Beide Spalten sind in ihrer Funktionalität gleich. Eine kleine Auswahlliste (i) erlaubt das Auswählen einer Textschicht für den Vergleich. Angeboten werden alle Textschichten zu diesem Thema. Wählt man einen Eintrag aus der Liste aus, wird diese Textschicht in der entsprechenden Spalte dargestellt und mit der Textschicht der gegenüberliegenden Seite verglichen. Dabei werden Unterschiede zwischen den Schichten optisch hervorgehoben (vgl. Abb. 7).

Abbildung 6: Vergleichsansicht (Navigation).
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Der Informationsbereich (iii) stellt, analog zur Textansicht die wesentlichen Daten zu der jeweiligen Textschicht dar. Zusätzlich ist hier der Vergleichsmodus angegeben. Es werden zwei Modi unterschieden: - 0pt 0pt die Textschichten werden Zeichen für Zeichen verglichen. Dies ist möglich, wenn die eine Textschicht durch Modifikation des Textes der anderen (Streichungen, Zufügungen), nicht aber durch Neufassung, entstanden ist. Unterschiede werden hervorgehoben, wie in Abb. 6 dargestellt. Der Text wird dabei so ausgerichtet, daß unveränderter Text an der gleichen Stelle positioniert. die Textschichten werden lediglich parallel dargestellt. Dies geschieht dann, wenn eine Textschicht durch eine neue Niederschrift des Textes entstanden ist. Unterschiede werden hierbei nicht kenntlich gemacht, und die Ausrichtung der Textes ist fortlaufend.

Abbildung 7: Vergleichsansicht (Ausschnitt).
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In der Vergleichsansicht war es nicht möglich, eine Navigation durch die Anwendung im Allgemeinen und die Themen im Speziellen, analog zur Textansicht, zu implementieren, da der Platz für die parallele Ansicht der Texte (iv) gebraucht wird. Daher mußte die Navigation auf die wichtigsten Wege beschränkt werden. Die Funktionen, die über die Navigationsleiste (ii) erreicht werden können, sind die Textansicht der jeweiligen Textschicht (links / rechts), Druckansicht, XML-Download und Navigation zur Startseite.