Textschichten (graphische Darstellung)
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ThemaVormundschaft
Datierung16. Okt. 1465
TextschichtDer Text, verfaßt von Andreas Brun, reicht über zwei Seiten und weist wenige Änderungen auf.
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ZitationKundige bok 2, digitale Edition, Vormundschaft, 16. Okt. 1465 <http://kundigebok.stadtarchiv.goettingen.de/kb2Web/Main?cite=3ad28g4> (24.04.2018)

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KA01R
Von vormunden to settende
is gekundiget in die Galli in (fo) foro 65lxvͭͦ 1465 Okt 16.


Id en schal nű vortmer neymant, de mit uns wonet, he sij frau-
we edder man, borger edder medewoner, synen (kinden) kinderen, magen
edder frunden in synem lesten edder anders to (vormu̅den) vormunden
setten edder kesen jenige (vormu̅den) vormunden, anderß den de hir
bij uns wonhafftich beseten (borge) borgere unde dem rade dingk-
plichtich sin. Unde de (sulve̅) sulven (vormu̅den) vormunden, se syn gesat von
(elden) elderen edder, () in (testame̅t) testamentes wise, (kindn) kindern edder anders, schullen vor-
plichtiget sin, unsen (weysemestn) weysemestern alle jar vor en reken-
schup to donde, wan we dat von on esschen laten, ane wed-
dersprake; ock uns plichtich sin, von (sodann) sodanner orer (mu̅delyn) mundelyn
unde orer (guder) guderer wegen, alle jerlickes to schotende (und̅) unde
ander stadt plicht gelick (andn) andern (unse̅) unsen (medeborgn) medeborgern to donde;
de (mu̅delyne) mundelyne sin hir bij uns wonhafftich edder buten
landes, unde dar so bij faren gelik, eff se ore eyde to
der (mu̅delyn) mundelyn schote, wan de rad dat vor esschede don
scholden.


(Desulve̅) Desulven (vormu̅den) vormunden schullen ok den rad wijs maken
unde rechte berichten in (dem̅) deme schote, wes de (kinder) kindere
edder (mu̅delyne) mundelyne von (erffguden) erffguderen unde ock an (anden) anderen
(guden) guderen, an gelde edder an schult edder suß hedden, gelik
alse (ande) andere unse (medeborge) medeborgere tor schot tid don moten.


We (av) aver dijt anderß hilde edder ok (ande) andere (vormu̅den) vormunden, wan
alse hir b vorberort ist, (syne̅) synen (kinden) kinderen, frunden edder ma-
gen settede, so scholde (sodann̅) sodanne (vormu̅deschup) vormundeschup unde
settinge der (vormu̅den) vormunden machtloß unde nicht sin.
De jenne, de dat ock so in (syne̅) synem lesten willen edder
(testame̅t) testamentes wise bestalt hedde, uns unde (uns) unser stad in viff
marken vorvallen unde dat testament vor nicht
geacht unde ungesat sin.


Ydoch hedde eyn man edder eyn fruwe (eyne̅) eynen broder (edd) edder
son, dede geistlick unde doch műndich unde hir
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KA01V
bij uns wonhafftich (we) were, wolde de in (ore̅) orem lesten willen
edder (testame̅to) testamento oren (kinden) kinderen den to (vormu̅den) vormunden mede setten, de schol-
de dat holden in aller mathe, alse oven berurt ist,
unde mochten doch to den gesatten (vormű̅den) vorműnden (sodan̅) sodann
ore (broder) brodere edder sone, dede geistlick (wen) weren, mede to (vormu̅den) vormunden setten; der (mu̅delin) mundelin gud na des mans edder
fruwen dode mede to bewarende unde to vorstande.
Sűnder de jenne, de mit den geistlicken gesat (wen) weren,
scholden dem rade unde der stad der kinder gudt
vorstan ok des wiß maken unde rekenschop dar von
don, wan men dat von on esschede, ane indracht der
geistlicken mede (vormu̅den) vormunden, ane alle geverde.


(Wet) Weret ock dat (sodann̅) sodanne (vormu̅den) vormunden in dem lesten von den
(elden) elderen edder anderß gesat, den radt edder (weysemeste) weysemestere
der kinder gud nicht al benomeden edder unrechte be-
richtiden, unde deme rade unde der stadt darmede
or schot unde (rchten) rechten plicht entfernen unde vorbe-
holden meynden, so wolde de radt dat mit (sodannem̅) sodanneme
unvorschotiden gude der (kinde) kindere edder (mu̅delin) mundelin holden,
alse mit (anden) anderen (borg) borger (guden) guderen, de dem rade unde der
stadt unvorschotet (wen) weren. Unde nemen de (mu̅deline) mundeline
edder (kinde) kindere der (halve̅) halven schaden, dat mochten se an orer
(vormu̅den) vormunden (gude) gudere weddersoyken unde sek des dar (ann̅) anne
erhalen.