Textschichten (graphische Darstellung)
Metadaten
ThemaFlachsrösten
Datierung[1472-1474]:1
TextschichtEin Teil des mittleren Absatzes wird von Heinrich Meier durch die neue Formulierung am linken Rand dar na wan men ersetzt. Undatiert, möglicherweise zusammenhängend mit Textschicht 31. Aug. 1474.
Vergleich zuEine Zufügung "hir in der stad" von Andreas Brun am rechten Rand des letzten Absatzes. Sie ist undatiert aber älter als die Zufügungen von Heinrich Meier, die auf 1474 datiert sind. Paläographisch übereinstimmend mit den Textschichten [1468-1474] zu Dreck und Flachs, die damit ebenfalls älter als 1474 sind.
Zusätzlich dargestellt
Schreibkorrekturen: Korrekturen unmittelbar im Schreibfluß, die keiner (späteren) Textschicht zugeordnet werden.
ZitationKundige bok 2, digitale Edition, Flachsrösten, [1472-1474]:1 <http://kundigebok.stadtarchiv.goettingen.de/kb2Web/Main?cite=2wzfe5c> (24.04.2018)

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KA08V
Umme de flaß rote


Ock en schal (nyma̅t) nymant flaß roten in der stadt (grave̅) graven (edd) edder
in der Leynen bynnen der stadt edder (upp̅) uppe (dem̅) deme Stein-
wege
edder in der Leyne buten der stadt von der Sluß
an (want̅) wante an de stadt. Unde von der Wender Molen an
(went̅) wente in de Olden Leyne unde von der Leyneberges Brug-
gen
an (went̅) wente an de Olden Leyne. Sunder (wem̅) weme des not
is, de mach sin flaß foeren in de Olden Leyne von der sluß
an na (dem̅) deme Leynstege (went̅) wente an de Leyneberges Bruggen
unde dar (denn̅) denne furder nicht (went̅) wente an de Oldin Leyne (edd) edder
anderß wor, he kan buten der stadt unde bewaren ock
de jenne vor schaden, dar bij de roten gemaket werden,
edder wor men stuket. We dijt anderß hilde (und̅) unde des
(ovwu̅nen) overwunnen worde, scholde (dem̅) deme rade to der stadt feste
6vj foeder steyne breken unde foren latin (und̅) unde (wem̅) weme dar
schade von schege, den scholden se gelden.


Dar en schal ock (nyma̅t) nymant in (sinem̅) sineme huse flaß (sűűer̅n) sűűeren edder arbeiden sul-
vest edder sin gesinde. Wer boenen, breken, swingen, he-
kelen edder anderß ane (spinne̅) spinnen, des avendes dar na wan men hefft
upp ede were luth unde
des morgen ehir men
de bede klocken hebbe (gelut) gelutet to sunte Jo-
hanse
. Unde in schű
ven edder stellen en
schal men de nacht (edd) edder
by lechte neynerleyen
arbeid an flasse nach anders don (sund) sunder geverde.
na 9ix uren
unde des morgens ehir men metten ludet to sunte Jo-
hanse
, dat men to veyren don schal des winters unde
des (so̅mers) sommers to 3iij uren.
We diit anders hilde, unde des
bekande unde (erwu̅nen) erwunnen worde, de scholde der stadt (ey̅) eyn
pűnt (geve̅) geven. We dar ock (u̅me) umme gesproken worde, de dat
vorneynde, de scholde sick des leddigen mit (synem̅) syneme eyde
an gerichte.


Ock en schal nymand neyn flaß in dorntzen hinder den
oven uppe (kukenkorve̅) kukenkorven, aßen edder (ledder̅n) ledderen, welkerleye
dat were, deren. We dat dede unde des besecht worde,
de scholde (dem̅) deme rade unde der stadt eyn pűnt geven.


KV Hierzu am linken Rand: (Pnu̅ctiat) Pronunctiatum in (iudic̅o) iudicio (a̅no) anno
(⁊c) etc. 74lxxiiiiͦ (ffia) feria quarta (p) post
decollationis (sci̅) sancti (Joha̅nis) Johannis [1474 Aug 31]
We ock sin flaß so deͤrede, so dat dar eyn fuer,
geruchte edder schade von keme, wil de rad (soike̅) soiken
an den manß (un̅) unde fruwen live edder gude in des
huse dat geschege ane gnade.

Efft ock
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KA09R
man (un̅) unde fruwe sick wolden (leddige̅) leddigen, dat se des nicht (hedde̅) hedden
geheiten to deͤrende, von (dem̅) deme gesinde (denn̅) denne sulk deͤrent
gescheyn, (un̅) unde (on̅) one gantz unwitlick (we) were, wil de rad in
mathen vorgerord dat an dem gesinde an (orem̅) oreme
live (un̅) unde gude upp dat hogeste furderen. Dar sick
eyn yderman mit (synem̅) syneme gesinde na richten,
sick sulvest (un̅) unde aller (malkem̅) malkeme (vorschade̅) vorschaden vor
waren moge.


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KA09R


Wan men ock de Leynen aff leyte, so schal dar nymant
neyn klap slan
hir in der stad noch
sust nergen anders
noch
beneden der Wender Molen bet in de Olden
Leyne
unde von der (leyne̅berges) Leynenberges Bruggen an bet in de
Olden Leyne, dar de marsch wendet. We dat dede, de schol
de (dem̅) deme rade unde der stadt so (me̅nige) mennige 6vj foeder steyne
breken unde foeren laten, (ungev̅lichen) ungeverlichen alse (me̅nigen) mennigen clap
he geslaghen hedde, unde doch gelike wol den clap wedder
up theen.